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Ästhetisch mit farbigen Gläsern - Teil 2

Das Tragewerk des Dachs selbst besteht aus einem gewölbten Gitterrost mit dreiecksförmiger Grundstruktur, deren Abmessungen von den Glasscheiben exakt aufgenommen wird. Als Herausforderung erwies sich dabei, dass kein Dreieck dem anderen gleicht. Denn so musste das Sicherheitsglas – mit den teilweise dazwischen liegenden farbigen Folien – exakt an jede einzelne Ausfachung angepasst werden. Der Wechsel zwischen opaken und transparenten Glasfeldern bietet angenehme Bedingungen für die unter dem Dach wartenden Passagiere. Der überdeckte Bereich ist stets tageslichtdurchflutet und hell. Für eine freundliche Atmosphäre bei Dunkelheit sorgt die effiziente LED Beleuchtung. Diese wird automatisch eingeschaltet, und zwar einige Zeit vor der allgemeinen Straßenbeleuchtung. Der „verantwortliche“ Dämmerungssensor ist an einem Mast außerhalb des Dachs befestigt. Nach Abfahrt des letzten Busses wird die Nachtabsenkung um 50% von der Zeitschaltuhr aktiviert. Diese sorgt am nächsten Tag etwa eine halbe Stunde vor der Abfahrtszeit des ersten Busses dafür, dass der Bussteig wieder angenehm hell ausgeleuchtet ist. Für das nächtliche Erscheinungsbild zeichnet das Stuttgarter Lichtplanungsbüro LDE Belzner Holmes verantwortlich. Denn das knapp 2.000m² große, überspannende, leicht geschwungene Glasdach, von Thomas Hollubarsch Projektleiter bei Belzner Holmes mit einem Augenzwinkern als „Fliegender Teppich“ bezeichnet, unterscheidet sich in seiner Tag- und Nachtwirkung.

Spiel mit Form und Licht

Tagsüber vermitteln die dreieckigen gelben und klaren Glasscheiben sowie die transluzenten Lichtfelder das gleiche Aussehen. Denn diese treten vom Tageslicht – ebenso wie die klaren und gelben Glasscheiben – durchflutet nicht als Leuchten in Erscheinung, sodass das imposante Dach in der Gesamtansicht durch ein harmonisches Zusammenspiel geprägt ist. Bei Dunkelheit leuchten die unregelmäßig eingestreuten dreieckigen Lichtfelder die überdachten Flächen des Busbahnhofs gemäß der Norm DIN EN 13201 mit etwa 15 lx Beleuchtungsstärke aus. Als Sandwich sind die individuellen Lichtelemente mit ihren jeweils leicht abweichenden Abmessungen aufgebaut. Unterhalb der Glasscheibe ist ein – vom ausführenden Unternehmen Schmid aus Simmerberg modifizierter – Aluminiumprofilrahmen Architecture Light Frame des Schweizer Gewebespezialisten Sefar eingebracht. Bei diesem bilden eine Schutzfolie und ein diffus streuendes Membranfeld Typ IL-80-OP den unteren Abschluss. Dazwischen sind zwei lineare LED Systeme von Flashaar LEDLight GmbH, Bingen, die aus dem Profil MiniLine-2 mit Leuchten Nova-2 bestehen, seitlich an der Dachkonstruktion befestigt. Dabei ist auch eine einfache Revisionierbarkeit bzw. Wartungsfreundlichkeit von LDE Belzner Holmes sichergestellt worden. Dafür fixieren drei Schubriegel die einzelnen Lichtelemente. Jedes Lichtfeld verfügt zudem über eine kleine, anschlussfertig gelieferte Distributionsbox mit Konverter und DALI-PWM Dimmer. Damit lassen sich die einzelnen Dreiecke problemlos dimmen und so für die Nachabsenkung des Helligkeitsniveaus im ZOB nutzen – ein Aspekt der Nachhaltigkeit. Die mit 22mm x 16,5mm miniaturisierten Leuchten MiniLine-2 Nova-2 sind prädestiniert für solche filigranen Aufgabenstellungen. Der längenbezogene Lichtstrom von 2.100lm/m bzw. 24W/m Systemeffizienz bieten die Voraussetzung für eine lichtstarke und energieeffiziente Beleuchtung. Transparente 60°-Linearlinsen lenken das neutralweise Licht gezielt durch die vorgespannte Folie und das Gewebe nach unten auf den Bussteig und sorgen zugleich für eine gleichmäßige Ausleuchtung der Glasdreiecke nach oben. 

Ursula Sander

Copyright Foto: LDE Belzner Holmes - Fotograf: Sebastian Kolm (zwei k. fotografen)

Beleuchtung am ZOB Esslingen